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Meet the pro: Merijn van den Berg auch bekannt als der Bananenbuurman

30 Januar 2019

Meet the pro: Merijn van den Berg auch bekannt als der Bananenbuurman

 

In unserer neuen Serie Meet the pro interviewen wir diesmal Merijn van den Berg aus den Niederlanden, auch bekannt unter seinem Pseudonym der Bananenbuurman. Merijn hat einen populären YouTube Kanal mit mehr als 123.000 Abonnenten in dem er unglaubliche LEGO®-Bahngleise baut. Wir haben Merijn nach seinen Lieblingsprojekten gefragt und was ihn inspiriert.

ToyPro: Zuallererst, auf welche Projekte auf Ihrem eigenen YouTube Kanal sind Sie stolz und können Sie uns sagen was die grösste Herausforderung beim Bau dieser Projekte war?

Merijn: aber sicher!

LEGO® DreamRide

Der DreamRide ist mein schönstes Projekt. Die Idee für den DreamRide entstand aus meinem breiten Interesse und meiner Leidenschaft für Technik. Ich habe entdeckt, dass ich sehr kreativ bin, wenn es darum geht, dekorative Elemente zu verwenden. Die DVD-Türen sind ein Beispiel dafür. Ich halte mich für einen vielseitigen Künstler und verfüge über viele Materialien mit denen ich die Rides bauen kann. Es geht nicht nur darum, die Dekore zu bauen. Es ist ein Gesamtpaket: das Timing der Bilder zur Musik, die Atmosphäre der Musik, die Reihenfolge der Themen, die Highlights innerhalb der Fahrt, der technische Aspekt in Bezug auf Strom, Licht, Ton, Bewegung. Im ganzen Haus befinden sich dicke Kabel. Viel Technik ist unsichtbar. Es ist ein umfassendes Projekt, das perfekt zu meinem Wissen passt. Selbstverständlich weiss ich auch nicht alles und gibt es manchmal Probleme. Das ist meine Herausforderung.

Der DreamRide wurde bereits von mehr als 2 Millionen Menschen auf YouTube gesehen. In Bezug auf Einkommen handelt es sich mehr um ein Hobbyprojekt, weil ich bereits Hunderte von Stunden daran gearbeitet habe. Weil es mir so viel Spaß macht, beschäftige ich mich zurzeit damit ein komplettes DreamRide Studio zu bauen. Dafür habe ich Raum gemietet. Ich arbeite seit einem Jahr daran. Für diese neue Version möchte ich alles automatisieren. Ich habe schon verschiedene elektronische Systeme gebaut mit u.a. Arduinos. Auch habe ich Software geschrieben um den Ride und alle Elemente anzusteuern. 32 Kameras folgen den Zug automatisch, zur Kontrolle und um alle Elemente zu programmieren. Dieses Projekt wird noch eine Weile dauern, da es eine Menge Arbeit gibt. Ein Freizeitpark würde Millionen dafür bezahlen, ich versuche es aber für einige tausend Euro zu bauen.

LEGO® Train Vertical Loop

Die Idee für das Looping entstand eigentlich als ich, nach der Idee meiner Freundin Laura, die Treppe in eine 6 Meter lange Rampe umbaute um den Zug zum Absturz zu bringen. Der Zug stürzte ab durch ein Glasfenster, durch einen Kuchen, mit einem mit Münzen gefüllten Zug gegen eine schwebende Lamellenjalousie. Schon beim Bau der Rampe wollte ich es noch cooler machen und dachte: “Wie cool würde es sein, wenn der Zug durch ein Looping gehen würde! Nicht nur ein einziger Waggon, sondern der ganze Zug”!

The making of video of the LEGO® Vertical Train Loop

Es war ziemlich schwierig und der Bau hat etwa 6 Monate gedauert. Jedes Mal gab es ein neues Problem und mithilfe Mathematik hatte ich berechnet, dass es funktionieren sollte. Ich würde aber erst wissen ob es funktionierte wenn der Bau vollendet war. Angenommen, es würde nicht funktionieren, dann hätte ich alles umsonst gemacht. Ich hatte noch nie ein so grosses Objekt gebaut und es passte kaum im Flur unseres Treppenhauses. Glücklicherweise war es für die Nachbarn kein Problem um manchmal durch das Looping zu gehen um ihr Haus zu erreichen! Und glücklicherweise funktionierte das Looping und gab es am Ende spektakuläre Absturzbilder!

Die grösste Herausforderung war, neben dem Aufbau eines funktionierenden Loopings, die Teile zu finden die nach einem Absturz wegflogen. Ich habe dann schnell einen sogenannten Spenderzug gebaut, damit ich die Aufnahmen schnell fortsetzen konnte.

LEGO® Underwater Train

Ich hatte im Garten meiner Eltern, rund um den alten Teich, ein Bahngleis gebaut. Während der Aufnahme und der Montage entstand die Idee den Teich mehr einzubeziehen. Wie cool würde es sein, wenn der Zug durch den Teich gehen würde. Der Teich war schlammig, undicht und musste ersetzt werden. Ich habe dann entschlossen den Teich zu ersetzen und in der Zwischenzeit einen vorläufigen Teich für den LEGO® Zug zu bauen. Es gab Probleme um den Zug inkl. Elektronik unter Wasser anzusteuern. Aus diesem Grund sollte der Zug durch ein Glasrohr fahren damit er trocken blieb und wir immer noch die Unterwasserwelt beobachten konnten.

The making of video of the LEGO® Underwater Train

Die grösste Herausforderung bestand darin das Rohr an den Enden wasserdicht zu machen. Schliesslich habe ich die Lösung gefunden: Ein Fahrradschlauch und eine Rohrschelle.

LEGO® Train at the Train/Tram Hotel

Ich bin immer auf der Suche nach spannenden Standorten für meine LEGO® Züge. Die Umgebung ist sehr wichtig. Sie ist ja das Dekor und die Aussicht vom Zug aus. Ich klappere Stadt und Land ab nach solchen Orten und dieses Gelände war der ultimative Standort. Ein Gelände mit alten Straßenbahnen, einem Zug, vielen Eisenbahnobjekten usw.

Die grösste Herausforderung bestand darin alle Straßenbahnen in das Video einzubeziehen. Das Gelände war so groß! Letztendlich fährt der LEGO® Zug nicht entlang 1 der Straßenbahnen. Man muss immer Entscheidungen treffen und sehen was möglich ist. Windstärke 7 verursachte auch Probleme mit den Drone Shots. Für diese Drone Shots mussten wir noch 2 Tage zurückkommen.

LEGO® Train Spiral in Romania

Über den Chat redete ich mit einem meiner YouTube Abonnenten. Er erzählte mir von einem grossen LEGO® Projekt, an dem er arbeitete. Eine 3 Meter hohe LEGO® Zugspirale die er baute als Attraktion für den Eigentümer einer Spielwarenhandlung in Rumänien. Als ich das erste Foto sah, habe ich sofort ein Flugticket nach Rumänien gebucht.

Die grösste Herausforderung bestand darin die Spirale nicht versehentlich abstürzen zu lassen. Ein nervenaufreibender Moment war, als der Zug mit der Kamera auf die Spirale entgleiste. Ganz hinten, auf einem schwer zu erreichenden Ort. Ich erinnere mich es immer noch: auf den Knien in einer Spielwarenhandlung um ein Piratenschiff zusammenzubauen! Während der Absturzes lief die Kamera weiter und das hat für spektakuläre Bilder gesorgt.

ToyPro: Wann hat Ihre Leidenschaft für LEGO® angefangen?

Merijn: Als Kind habe ich viel mit Duplo und LEGO® gespielt. Später hatte ich auch einen LEGO® Zug aber meistens eine kurze Bahnstrecke. Vor 15 Jahren habe ich ein kleines Einzimmerappartement für mich gemietet, für eine längere Bahnstrecke. Der Raum war aber immer noch zu klein. Ich habe dann entschlossen die Bahnstrecke an die Decke zu hängen, durch die ganze Wohnung. Auf diese Weise konnte ich trotzdem eine längere Bahnstrecke bauen.

Merijn’s erste lange Bahnstrecke an der Decke seines Einzimmerappartements

ToyPro: Was gefällt Ihnen am Bau von LEGO® Bahngleisen am meisten?

Merijn: Der Zug folgt die Strecke die du erstellt hast. Der Motor ist nicht besonders intelligent: er fährt vorwärts oder rückwärts. Der Motor wird in ein LEGO® Zugmodell gebaut und das Fahrzeug erwacht ‚zum Leben‘. Die Magie entsteht bei Tunnels, Brücken, Weichen, allen Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke und den vielen Waggons hinter dem Zug die die Lokomotive folgen. Es ist ein klares, gut vorhersehbares System. Das sorgt für eine gewissen Ruhe: Die Schienen können als metaphorische Leitplanke, oder einen als Führer, betrachtet werden. Das ist es, was viele Menschen auch im Alltagsleben suchen. Es ist also viel mehr als nur ein einfaches Spielzeug. Aber natürlich genieße ich besonders den Fantasie-Aspekt und im Hinterkopf machen die LEGO® Minifiguren eine grosse Zugreise! Die Kamera IM Zug die das Bild zeigt wie der Lokführer es sehen würde, lässt die Fantasie fast zur Wirklichkeit machen!

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Ich hatte immer schon eine Leidenschaft für die Aufnahme von Bildern und Ton. Es fing an als meine Mutter mir erzählte, dass man Kassetten nicht nur abspielen konnte, sondern auch deine eigene Stimme aufnehmen konnte. Welch eine Entdeckung! Endlich wusste ich, wofür die rote Taste diente! In den nächsten Jahren habe ich mit einem kleinen Kassettenrecorder alles aufgenommen und habe ich Reportagen gemacht. Später hat meine Mutter mir eine alte Spiegelreflexkamera geschenkt und fing ich damit an zu fotografieren. So entstand die Leidenschaft für ‘den Rahmen’ und fürs Erzählen einer Geschichte. Damals gab es noch Kameras mit Filmen die in einem Fotogeschäft abgezogen werden mussten. Erst nach einigen Tagen oder Wochen wusste man ob die Fotos erfolgreich waren und die Filme und Abzüge waren ziemlich teuer.

1995 habe ich am Flohmarkt eine alte Filmkamera gefunden. Sie funktionierte nicht, aber ich konnte durch diese Kamera schauen, mit dem Zoom spielen und ein ‚Shot‘ machen. Ich habe dann viele Reportagen ohne Film gemacht, so konnte ich üben. Als ich 12 Jahre alt war, fing ich damit an Videos zu machen, mit der Videokamera meines Großvaters. Als ich 15 Jahre alt war hat er mir meine erste eigene Videokamera geschenkt, eine Sony Video8. Ich habe dann wieder viele Videos gemacht und wurde bekannt unter dem Namen ‚Merijn mit der Kamera‘. Im selben Jahr begann ich als Freiwilliger beim örtlichen Sender als Kameramann und Editor. Mit einem der ersten Computer mit dem man Filme montieren konnte erstellte ich Nachrichten und Reportagen die im lokalen Fernsehen gebracht wurden. Super cool wenn jeder deine Arbeit sehen kann!

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Mit dieser Erfahrung versuchte ich einen Job beim nationalen Fernsehen in den Niederland zu erobern. Auf meinem ersten, klapprigen Moped habe ich 50 Kilometer zur Arbeit gefahren, um über ein Vermittlungsbüro als Kabelträger zu arbeiten. Sie gehen dann hinter dem Kameramann und stellen sicher, dass er filmen kann, ohne über das Kabel zu stolpern. Ach machen Sie Kaffee für ihn. Ich habe eine fantastische Zeit erlebt und viele Erfahrung gesammelt. Noch mehr Erfahrung sammelte ich durch verschiedene Jobs bei den nationalen Sendern. 2001 gründete ich meine eigene Firma. Ich habe gefilmt und Reportagen, Promos, Werbespots, Fernsehprogramme und Filme montiert. Der Kunde war immer mein Auftraggeber und ich hatte also niemals die volle Freiheit über das Endprodukt.

Während der Finanzkrise (2008) war ich fast bankrott und habe dann auch andere Tätigkeiten akzeptiert und einige andere Firmen gegründet, weil es weniger Arbeit gab. YouTube war im Kommen und ich habe immer davon geträumt, dass es eine Plattform geben würde, auf der ich mit meinen Filmen Geld verdienen und so meinen eigenen ‚Job‘ kreieren konnte. 2012 gab es bei YouTube ein Werbemodell, bei dem Filmemacher einen Teil der Werbeeinnahmen erzielen. Ich hatte das Video der Bahnstrecke an der Decke schon mal auf YouTube geteilt und es wurde oft gesehen. So entstand die Idee mehr daraus zu machen. So entstand der YouTube-Kanal.

ToyPro: Was ist Ihre Ziel für die Zukunft?

Merijn: Das YouTube Gewinnmodell ist schwer vorhersagbar und es ist schwierig immer wieder Videos zu machen die von vielen Menschen gesehen werden. Ich mache schöne Filme mit Zügen die viel Geld und Zeit kosten während Vlogs und schnell gemachte Videos auf YouTube dominieren

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Dadurch verläuft das Wachstum relativ langsam. Es ist mein Job und ich bin auf mein Einkommen angewiesen. Wenn ich auf YouTube einen schlechten Monat erlebe, habe ich manchmal wenig oder kein Geld um neue LEGO® Züge zu kaufen oder Standorte mit Zügen zu besuchen. Das ist nicht schlimm, weil mein Job mir Spaß macht! Ich weiss also nicht was die Zukunft mir bringen wird. Das ist vielleicht auch gut, das macht es spannend! Vielleicht können wir den LEGO® Zug in der Zukunft auf dem Mond fahren lassen. Hahaha!

ToyPro: Haben Sie Tipps für unsere Leser?

Merijn: Seien Sie kreativ und nutzen Sie das, was Sie schon haben. Manchmal brauchen Sie nichts zu kaufen und können Sie mit einigen einfachen Tools und Ihrer Handy (mit Kamera) schöne Filme machen! Auch können Sie manchmal mit wenig Gleis die Illusion erzeugen, dass das Bahngleis sehr lang ist indem Sie die Shots nacheinander in eine bestimmte Richtung bringen und das Gleis jedes Mal verschieben.

ToyPro: Welche YouTube Kanäle folgen Sie selbst?

Merijn: Ich bin Fan des YouTubers Akiyuki. Akiyuki ist nicht so sehr ein LEGO® Zugbauer, aber seine Kreationen sind super cool.

Wir möchten Merijn für seine Zeit und Inspiration danken. Möchten Sie Merijn, der Bananenbuurman, folgen? Abonnieren Sie sich seinen YouTube Kanal.

Möchten Sie selbst ein LEGO® Bahngleis bauen? ToyPro bietet eine reiche Auswahl an LEGO® Zugsets, Ersatzteile und LEGO® Zug-Minifiguren. Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Lesen Sie dann auch unseren Artikel über Arjen Hartsuiker und seine fantastische LEGO® Zugwelt.

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