Es ist lange her, aber wir präsentieren jetzt wieder eine nagelneue Episode aus unserer “Meet the LEGO® Pro Serie”. Wir hatten die Gelegenheit um Lachlan Cameron, auch bekannt als Loxlego, zu interviewen. Er ist Designer des ingeniösen LEGO® Ford Mustang Hoonicorn V2, zurzeit eines des beliebtesten MOCs in der Welt. Wir haben Lachlan nach dem Designprozess seines Ford Mustang und nach seiner Leidenschaft für LEGO® gefragt.
ToyPro: Hallo Lachlan, schön dich kennenzulernen und vielen Dank für deine Zusammenarbeit für diesen Artikel. Du bist der Designer des LEGO® Ford Mustang Hoonicorn V2 der von Ken Block’s Ford Mustang inspiriert wurde. Kannst du uns erzählen wie deine Idee entstand?
Lachlan: Nun, ich war mit Sicherheit von der Ken Block‘s Gymkahana-Serie, mit Pikes Peak und dem berüchtigten 1400 PS Hoonicorn mit verrückten Driftkapazitäten inspiriert. Ungefähr 8 Monate zuvor hatte ich auch den Eleanor Mustang und schon einige Designideen gemacht, die gut funktionierten. Was mir gefiel habe ich behalten und ich änderte Teile des Designs um Ken Block’s Mustang am besten nachzuahmen.
ToyPro: Kannst du uns etwas über dein Designprozess fürs Entwerfen und Bauen dieses MOCs erzählen?
Ich untersuche auch das echte Auto und versuche die besonderen Merkmale und Funktionen in das Design einzubeziehen. Ich habe zum Beispiel die Aufhängung, die Schaltgetriebe, die Innenausstattung und den Motorraum so realistisch wie möglich nachgebildet. Bei der Karosserie habe ich Balken über Flexachsen für die Radkappen verwendet und darauf geachtet, dass die Neigungen und Formen dem ursprünglichen Hoonhoorn perfekt folgen.


ToyPro: Was waren die größten Herausforderungen beim Bau des Ford Mustang Hoonicorn V2?
Lachlan: Beim Entwerfen gab es viele Herausforderungen. Die erste Hürde war die Aufhängung die noch nie gemacht war. Schönes Merkmal der freitragenden eingebauten Aufhängung war, dass sie das Gewicht des Autos mit einer einzigen Feder pro Rad halten konnte. Es musste alle Motoren und Batterien sowie die 2900+ andere Teile aufrechterhalten.
Die nächste grosse Herausforderung war das Getriebe. Meine früheren Getriebe waren erfolglos, daher war es eine grosse Herausforderung diese Arbeit und die ordnungsgemäße Funktionsweise mit RC zu gewährleisten. Ich entschied mich für einen Schiebmechanismus für den Shifter und musste das Auto richtig einstellen, sonst war es zu langsam oder übersprang es Gänge. Ich habe das ganze Auto dreimal zerlegt um alle Übersetzungsverhältnisse für sowohl Buggy-Motoren als auch XL-Motoren korrekt zu machen.
Schliesslich das Design. Dieses Auto ist die Essenz der amerikanischen Kraft – es musste eine Statur haben und deshalb musste die Form des Daches etwas gekippt werden. Die Rückseite musste grosse Race-Scoops haben mit den abfallenden Lichtern und der Rennlippe oben im Kofferraum. Die Vorderseite musste einen drohenden Grill haben, alles im Verhältnis. Ich bin sehr stolz darauf, dass es mir gelungen ist alle Designelemente zu entwerfen. Harte Arbeit zählt sich aus, wenn man durchhält!

ToyPro: Welche nicht-LEGO® Teile hast du verwendet?
Lachlan: Ich habe die Buwizz-batterien verwendet um dieses leistungsstarke MOC zu versorgen, weil sie die leistungsstärksten Batterien auf dem Markt sind. Mein Bruder hat mit seinem Drucker einige 3D-Felgen erstellt um Fotos einen schönen Touch zu verleihen.
ToyPro: Benötigt der Leser der dieses MOC bauen möchte spezielle Teile oder Software?
Lachlan: Ja, denke daran, dass die Turbos PN 2999 in der Zukunft selten wird. Diese waren bisher nur in 1 Set anwesend (Supercar LEGO® Set 8880 als Steuerhals). Meine Instruktionen sind besonders detailliert. Sie bestehen aus HD PDFs mit 1000-1200 Seiten, für deren Anzeige du einen PDF-Reader benötigst.
ToyPro: Wie fing deine Leidenschaft für LEGO® an und seit wann entwirfst du (professionell)?
Lachlan: Meine Leidenschaft fing an als ich 5 Jahre alt war. Ich bin auf dem Land aufgewachsen und durfte nicht fernsehen. Ich hatte also 2 Optionen – draussen spielen oder mit LEGO® bauen! Wir hatten eine begrenzte Anzahl von Teilen, aber ich verbrachte viele Stunden damit, einen grossen Eimer nach den perfekten Teilen zu durchsuchen und baute immer mechanisch funktionierende Dinge.

Als ich etwa 12-13 Jahre alt war gab es andere interessante Dinge und erst 30 Jahre später kehrte LEGO® in meinem Leben zurück. Ich hatte ein Geschäft besucht und sah ein 4x4 Raupenset mit motorisierten Funktionen. Ich fand es eine coole Idee um eine Kreation zum Leben zu erwecken! Mein nächstes Set war das grüne F1-Set und ich versuchte dieses Set zu motorisieren und anzupassen. Ich war wieder ganz verliebt! Mein Bruder bearbeite Metall für einen privaten Porsche-Sammler und er war eine grosse Inspiration und Unterstützung beim Bau jedes neuen Autos. Er würde mich zwingen das Auto genau wie das Original zu designen und hat sich mehr auf Aufhängung spezialisiert als ich. Ohne seine Hilfe wäre ich nicht hier!
Ich bin ein CMM-Programmierer und messe Raumfahrtteile bis zu einem Tausendstel Zoll. Jeden Tag mache ich 2D-Zeichnungen und messe ich 3D-Teile. Dies hat sehr zu meiner Fähigkeit beigetragen um diese maßstabsgetreuen Modelle zu erstellen und die Geduld zu haben um die schwierigen Momente zu überstehen und es letztendlich funktionierend zu machen.
ToyPro: Du entwirfst LEGO® Technic-Autos. Warum ist es schön um diese MOCs zu entwerfen?
Lachlan: Es ist schön, dass das Kunstwerk langsam entsteht. Ich habe so viele Ideen zum Gestalten und Platzieren von Teilen, dass ich immer wieder Inspiration für neue Designs und Stile habe. Ich werde getrieben von Originalität, um etwas zu kreieren was noch nie zuvor gemacht wurde. Vorstellungskraft ist alles.

ToyPro: Auf welche Projekte bist du am stolzesten?
Lachlan: Das ist eine schwierige Frage ... ich bin stolz auf mein erstes, grosses Modell im Maßstab 1:8, den Bugatti Chiron. 2 Jahre bevor LEGO den Chiro selbst einführte habe ich dies gebaut. Viele neuen Funktionen / Ideen wurden darin aufgenommen. Ich bin auch sehr stolz auf den Lamborghini Veneno und den Ford GT – zwei Autos gebaut in aufeinanderfolgenden Sommern und je mit einer neuen Aufhängung und Funktionen, RC Lambo Doors und Butterfly-Türen. Das Hoonicoorn ist mein bestes Gesamt-MOC, mit einer guten Balance zwischen Funktionen und Aussehen.

ToyPro: Welche Tools und Software verwendest du für deine MOCs?
Lachlan: Ich benutze Sariel’s Scale Online und mein Favorit ist Photo Overlay. Dies ist eine App auf meinem Handy und damit platziere ich mein Auto über dem echten Auto für ein besseres Bild und die richtigen Verhältnisse.
ToyPro: Hast du Ziele für Projekte die du in der Zukunft erreichen oder bauen möchtest?
Lachlan: Mein Ziel ist es immer um das echte Auto in Bezug auf Funktionen, Aufhängung, Mechanik und Aussehen so genau wie möglich zu simulieren. Das ist immer das wichtigste Ziel!
ToyPro: Hast du Tipps für unsere Leser die ihr eigenes Auto-MOC entwerfen möchten?
Lachlan: Ja – immer weiter versuchen! Ich habe am Anfang so schnell wie möglich viel schlecht entworfene Autos gemacht. Viele Leute haben gesagt, dass ich aufhören sollte, aber ich hörte ihnen nicht zu und arbeitete weiter. Alles was mir gefiel habe ich mitgenommen und ich änderte Dinge, die ich nicht mochte. Nach einer Weile wirst du einen eigenen Stil entwickeln.
ToyPro: Lachlan, Vielen Dank für deine Zeit, Erkenntnisse und Inspiration. Wir wünschen dir viel Erfolg beim Entwerfen weiterer fantastischen LEGO®-Autos in der Zukunft.

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